SPD in Langgöns

Zukunft gemeinsam gestalten!

Gut besuchte Wanderung der SPD Lang-Göns mit Otto Berndt

Veröffentlicht am 07.09.2011 in Presse

Rund 40 Teilnehmer wandelten auf alten Langgönser Pfaden - SPD Ortsbezirk Lang-Göns veranstaltete informative Exkursion auf alten Lang-Gönser Pfaden geführt von Otto Berndt.

Langgöns (hjp). Die „Speckmäus“, die Langgönser waren schon immer aufmüpfig, das schilderte Otto Berndt während der Exkursion von rund 40 interessierten Teilnehmern auf alten Langgönser Pfaden. Schon Anfang des 18. Jahrhundert wussten die Bewohner von Lang-Göns sich gegen zum Beispiel die Steuereinnehmer zu wehren: Damals mussten nach der Getreideernte jeweils zehn Garben zu einem „Hausten“ aufgestellt werden, solange bis der „Zehntknecht“ sich eine Garbe davon für die Obrigkeit vereinnahmte. Aber wehe er kam nicht pünktlich, wie im Jahr 1738. Da hatte der Mann den richtigen Zeitpunkt verpasst und die Lang-Gönser hatten sich still und heimlich in der Nacht durch ihre hinteren Gartentore auf die Felder geschlichen und alles Getreide mitgenommen. Ersteinmal Pech für den Zehntknecht, im Nachhinein auch Pech für die frühen Steuersünder: per Dekret mussten alle nach Hinten führenden Türen und Tore fest verschlossen werden, damit in Zukunft der Obrigkeit auch das zukommt, was der Obrigkeit zusteht. Das ist nur eine der vielen Geschichten, die Heimatforscher Otto Berndt während der mehr als dreistündigen Wanderung zum Besten gab. So stand zum Beispiel am Lindenbaum, heute die Heimat eines Lebensmittelmarktes, eine mächtige Linde auf einem Acker, der zum „”Elkershausener” Vogteigericht gehörte, das im Mittelalter im heutigen „Niederhofen“ tagte. Damals lag Langgöns an einer wichtigen Straße zwischen Kassel und Frankfurt, die sowohl zum Transport von Handelswaren aber auch zum raschen Vorankommen von Soldaten diente. Zum geologischen System des Vogelsberg gehörend, mussten die Amerikaner nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Erfahrung machen, wie im Untergrund alles verwoben ist: Beim Bohrungen für einen Tiefbrunnen gruben sie 1950 den Bad Nauheimern einfach das Wasser ab. Besiedelt sei das Gebiet bereits vor rund 3000 Jahren gewesen, referierte Otto Berndt, zahlreiche Hügelgräber belegten dies. Allerdings haben nicht alle Siedlungen die Zeit überstanden. Wie zum Beispiel Adelholdeshusen. Urkundlich zuerst im Jahr 817 erwähnt verschwindet die Siedlung im 14. Jahrhundert von der Bildfläche. Was übrig blieb ist ein terrassenförmig angelegtes Flurstück, ein Weg, der vielleicht einmal die Hauptstraße war und jede Menge Sträucher. Keine Mauer, nicht einmal ein Stein ist heute noch von der ehemaligen Siedlung zu sehen aber immer noch zu erahnen. Die Wanderer, zuvor durch den SPD-Ortsbezirk mit einer ordentlichen Wegzehrung versehen, waren jedenfalls erstaunt über das, was sie hier sahen. Kaum einem war bewusst, dass hier vor Jahrhunderten eine Siedlung stand, die vielleicht der Ursprung des heutigen Langgöns gewesen ist.

Publiziert am 6. September 2011 von Redaktion des Langgönser Landboten.
Link zu "Der Langgönser Landbote"