SPD in Langgöns

Zukunft gemeinsam gestalten!

SPD-Neujahrsempfang mit Kritik an „absurder und verlogener Debatte“

Veröffentlicht am 19.01.2013 in Presse

Langönser SPD gegen Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen, Massentierhaltung, Armut und Hungerlöhne, aber für erneuerbare Energien.



Eine dezentral organisierte Energiewende unter wesentlicher Beteiligung des Mittelstands und mit ökonomischer Entmachtung der Energie-Oligopolisten forderte Stephan Grüger aus Driedorf im Westerwald.


(v.li.) Bürgermeister Horst Röhrig, Fraktionsvorsitzender Thomas Schmidt, stellvertretende Vorsitzende Kristine Tromsdorf, Referent Stephan Grüger, Vorsitzender Gerald R. Dörr, stellvertretender Vorsitzender Karl-Heinz Wilhelm

Der Sozialdemokrat ist Vorstands- und Gründungsmitglied von Eurosolar Deutschland, Mitglied der Regionalversammlung Mittelhessen und Leiter des Forums Neue Energie für Hessen. Er war Ehrengast beim traditionellen Neujahrsempfang der Langgönser SPD im Bürgerhaus der Kerngemeinde Lang-Göns und zog mit deutlichen Worten, kompetent, detailreich und mit Temperament und Humor seine Zuhörer in den Bann.

Mehr als 60 Gäste waren der Einladung des Vorsitzenden des Ortsvereins der Langgönser SPD, Gerald R. Dörr, gefolgt, SPD-Spitzenvertreter wie Thorsten Schäfer Gümbel, Rüdiger Veit oder Landrätin Anita Schneider hatten sich entschuldigt, sie machten der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeitgleich in Reiskirchen ihre Aufwartung. Neben Bürgermeister Horst Röhrig als Spitzenvertreter der Langgönser Verwaltung, den er noch einmal zur gewonnenen Bürgermeisterwahl beglückwünschte, begrüßte Gerald R. Dörr Gäste aus Gewerbe, Industrie und Handwerk, Kommunalpolitiker, darunter den Fraktionsvorsitzenden der SPD Langgöns, Thomas Schmidt, Mitglieder des Gemeindevorstands, Vertreter von Langgönser Vereinen, Sozialverbänden und Organisationen sowie die Mitglieder der SPD Langgöns. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Hans Noormann und der Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP, Jürgen Knorz, hatten sich entschuldigt. Dem bewährten Organisations- und Küchenteam um Renate Müll galt Dörrs besonderer Dank.

In seiner Rede thematisierte der Ortsvereinsvorsitzende das Konsumverhalten der Industrienationen und seine Folgen für die armen Länder sowie die Energiewende: „Wir verurteilen Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen, kritisieren Massentierhaltung, bedauern Armut und Hungersnöte in der Dritten Welt, treten für Erneuerbare Energien ein.“ In der Realität jedoch „kaufen wir Billigprodukte, essen zu viel Fleisch und wollen Windräder, aber bitte nicht neben unserem Dorf“, so Dörr. Als Verbraucher könne man sich aber „gegen die Praktik von überzogenem Kostendruck und unverantwortlichem Unternehmertum zur Wehr setzen, indem man fair gehandelte Produkte bevorzugt“. Wenn die Industrieländer ihren Fleischverbrauch um nur zehn Prozent reduzieren würden, könnten 100 Millionen Menschen zusätzlich ernährt werden und niemand müsste hungern, erläuterte Dörr. Er schloss seinen Vortrag mit dem Appell an die Besucher, dass jeder für sich seinen Beitrag zur Verbesserung dieser Situation beitragen sollte.

Stefan Grüger beleuchtete die aktuelle Diskussion zur Energiewende. „Das Potenzial in Deutschland reicht aus, um mehr als 100 Prozent der Energiewende zu produzieren, aber dann wären die großen Energieversorger überflüssig“, brachte er seine Auffassung auf den Punkt. Grüger vertritt bereits seit Mitte der Neunziger Jahre die Meinung, dass der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien vor allem aus ökonomischen Gründen erforderlich sei. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei den Kommunen und der regionalen Wertschöpfung, mit der Arbeitsplätze und Wohlstand auch außerhalb der großen Zentren entstehen können - wenn die Energiewende dezentral umgesetzt wird. Der Wirtschaftspolitiker hält es für erwiesen, dass diese dezentrale Energiewende auch gleichzeitig das kostengünstigste aller zukünftig denkbaren Energieversorgungssysteme ist. So stehe „das Getue und Getöse um den Strompreis in keinem Verhältnis zu den realen Zahlen und zu den wirklichen Kosten“. Die Stromkosten an der Strombörse seien aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes seit 2008 gesunken, was an den Privatkunden nicht weitergereicht worden sei. Hinter der aktuellen Debatte, die „absurd und verlogen“ sei und sich „total von der Realität abhebt, stecken machtvolle Wirtschaftsinteressen der Energie-Oligopolisten“, die von CDU und FDP unterstützt würden, betonte Grüger. Der teuerste Strom sei der Atomstrom. „Offshore oder onshore“ sei die Frage - offshore, also große Windkraftanlagen im Meer, könnten nur große Unternehmen stemmen. Onshore, also auf dem Land, ließe sich die Energiewende mit mittelständischen Unternehmen dezentral, mit Schaffung lokaler Arbeitsplätze und regionaler Wertschätzung umsetzen.

Quelle-Text: Gießener Anzeiger vom 21.01.2013
Quelle-Bild: Hans Joachim Petereit, Langgöns