Die Ferienspiele in Langgöns will Bürgermeister Horst Röhrig (SPD) mit der Jugendpflege neu konzipieren. Die Idee sei, den Kindern ab 2013 in den Sommerferien nicht nur einzelne Ferienpass- Angebote zu machen, sondern für drei Wochen eine kontinuierliche und verlässliche Betreuung zu bieten.
Ob und wie das konkret funktionieren könnte, lotet laut Röhrig im Moment die Jugendpflege der Gemeinde aus. Sie arbeite an einem Konzept und sei auf der Suche nach Partnern, ohne die das Projekt organisatorisch und finanziell nicht zu stemmen sei.
Ziel sei, in den ersten drei Ferienwochen eine zuverlässige Betreuung für Kinder im Grundschulalter, möglicherweise sogar bis zum Alter von 14 Jahren anzubieten, und zwar von 7.30 bis 17 Uhr.
Ursprünglich, vor gut 20 Jahren, sei das Ferienprogramm als Angebot für Kinder gedacht gewesen, die in den Ferien nicht wegfahren, erklärt Röhrig. Heute sei die Situation der Familien eine andere: Oft seien beide Eltern berufstätig, die Familien hätten deshalb in den sechs Wochen Ferien ein Betreuungsproblem. Einzelne Ferienpassangebote für einen oder zwei Tage seien dabei kaum eine Hilfe. Verlässliche Betreuung über einen längeren Zeitraum sei gefragt.
Ziel ist, Eltern in Ferienwochen zu entlasten - "Ob das gelingt, muss man sehen".
Insbesondere in den ersten drei Wochen hätten Familien eine Betreuungslücke zu überbrücken. In der ersten Ferienhälfte seien die gemeindlichen Kindergärten zwar geöffnet, für die Schulkinder fehle aber Betreuung. Ihren Urlaub nehmen die Eltern nach Röhrigs Erfahrung erst in der zweiten Ferienhälfte. Da dann auch die Kindergärten geschlossen sind, würden die meisten Familien in dieser Zeit verreisen.
Das Ziel, über drei Wochen von 7.30 bis 17 Uhr Betreuung zu bieten, sei "ambitioniert", räumt Röhrig ein. "Aber wenn man sagt, man will verlässliche Betreuung bieten, geht es nur so." Denn wenn beide Eltern arbeiten, brauchten sie in den Ferien genau wie in der Schulzeit für den ganzen Tag Betreuung für ihre Kinder.
Bleibt als wichtiger Punkt die Organisations- und damit verbunden die Kostenfrage. Denn sowohl für die Gemeinde als auch für die Eltern müsse das Angebot bezahlbar sein, so Röhrig. Zu klären sei, wie viele Plätze überhaupt benötigt würden, in welchen Räumen die Betreuung stattfinden und wer die Kinder betreuen könnte. Ohne Partner werde das Projekt nicht zu stemmen sein, sagt Röhrig Bürgermeister angesichts dieser Fragen. Die Jugendpflege werde deshalb andere Institutionen und Vereine ansprechen und um Unterstützung bitten. "Ob das gelingt, muss man sehen", sagt Röhrig.
Langfristig würde sich das Projekt nicht nur für die Familien, sondern auch für die Gemeinde, die junge Familien braucht und halten will, auszahlen. Röhrig: "Wohnortentscheidungen haben auch etwas mit Betreuung zu tun."
Quelle: Wetzlarer neue Zeitung vom 21.08.2012