SPD-Kreisvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel zu Gast im Dorfcafé der Langgönser Sozialdemokraten.
SPD-Kreisvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel zu Gast im Dorfcafé der Langgönser Sozialdemokraten.
Auszug aus Gießener Anzeiger vom 23.03.2011:
(ikr). Zum „Dorfcafé mit TSG“ hatte die SPD Langgöns im Anschluss an ihren 50. Kinderkleiderflohmarkt in das Bürgerhaus Lang-Göns eingeladen. Zu Gast war Thorsten Schäfer-Gümbel alias TSG, der hessische Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD. Bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen erläuterte er das Parteiprogramm und beantwortete Fragen seiner Zuhörerschaft. Kristine Tromsdorf, stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende in Langgöns, begrüßte den prominenten Gast und betonte, dass die Langgönser SPD unter ihrem Motto „Die neue Stärke“ selbstbewusst und stolz im Wahlkampf agiere.
Schäfer-Gümbel stellte die Standpunkte der SPD zu verschiedenen Themen dar. So erteilte er prekären Beschäftigungsverhältnissen, von denen in Hessen besonders Frauen betroffen seien, eine klare Absage: „Mittelhessen ist die Region mit dem stärksten Zuwachs an prekären Arbeitsverhältnissen, diese Entwicklung muss gestoppt werden“, so der Sozialdemokrat. Eine solche Situation bedeute unter anderem auch enorme Probleme für den Sozialstaat.
„Wir wollen auch kleine Schulstandorte sichern, die frühkindliche Bildung und die Schulsozialarbeit vorantreiben“, sagte er zum Thema Bildung. Dem Schuldezernenten des Landkreises Gießen, Siegfried Fricke, warf er „völliges Versagen“ nicht nur im Bereich Bildung, sondern auch beim Thema Erneuerbare Energien - hierbei ging es um die Errichtung von Solaranlagen auf Schulgebäuden - vor.
Beim Thema Atomausstieg forderte TSG „die Rückkehr zum rot-grünen Atomausstieg und die Abschaltung der Reaktoren“, wofür er großen Beifall erhielt. Er betonte, dass die SPD seit Jahren an diesem Thema arbeite und „im konstruktiven Wettbewerb mit den Grünen schon vor Jahren ein Konzept dazu vorgelegt habe. Schwarz-gelb habe kein Konzept, dabei werde das Thema seit 40 Jahren diskutiert. „Die Sicherheit in solchen Anlagen muss sich immer am Unvorhersehbaren orientieren!“, forderte er. Leider sei viel Zeit verloren gegangen, um auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Dass ein kompletter Umstieg möglich sei, erläuterte er am Beispiel der Gemeinde Ahltal in Nordhessen. Ein Langgönser Energiekonzept sollte erstellt werden, dazu wünschte sich der prominente Sozialdemokrat mehr Miteinander und mehr Zusammenarbeit, „denn diese Aufgabe löst keiner allein!“
Er äußerte sich auch zur politischen Kultur in Langgöns. Die Wortwahl befremde ihn: „Das Ziel, den Bürgermeister mit Dreck zu bewerfen bis etwas hängen bleibt, ist unanständig“.
In der Diskussion beantwortete Schäfer-Gümbel unter anderem Fragen zur Schuldenbremse, die er im Übrigen befürwortet. Auch Bürgermeister Horst Röhrig, der Spitzenkandidat zur Wahl der Gemeindevertretung der Langgönser SPD, begrüßte das Publikum und erläuterte das Wahlprogramm. Er bedauerte, dass „kein sachlicher Austausch zur Windkraft hier möglich gewesen“ sei. Die Energiewende sei nur zu schaffen, wenn Eigenverbrauch und Eigennutzung vorangetrieben würden, hierfür möchte er sich verstärkt einsetzen.