SPD Langgöns hatte Landrätin Schneider, Kristine Tromsdorf und Horst Nachtigall zu Kneipengesprächen eingeladen.
SPD Langgöns hatte Landrätin Schneider, Kristine Tromsdorf und Horst Nachtigall zu Kneipengesprächen eingeladen.
Auszug aus Gießener Anzeiger vom 25.03.2011:
(ikr). Beim SPD-„Kneipengespräch“ in Dornholzhausen war „gute Bildung von Anfang an“ das Hauptthema. Kristine Tromsdorf, langjährige schulpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion und Leiterin eines großen Gymnasiums in Hessen sowie stellvertretende Vorsitzende der SPD Langgöns, gab einen Überblick über die bildungspolitischen Vorstellungen der SPD, in denen es vor allem darum geht, allen Kindern Chancen zu eröffnen. Das heutige System nehme zu wenig Rücksicht auf das teilweise sehr unterschiedliche Entwicklungstempo von Kindern. So sollte die Verzahnung von Kindergarten und Grundschule verstärkt werden und die Möglichkeit eingeräumt, die ersten beiden Grundschuljahre in unterschiedlicher Zeit zu durchlaufen. Kitas sollten zu Familienzentren ausgebaut werden, damit die Familien unterstützt werden. Des Weiteren sollten die Grundschulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Die SPD will sich nach der Wahl für die Errichtung eines Bildungsbeirats in Langgöns einsetzen.
Bei einem anderen Treffen der SPD in Niederkleen sprach Horst Nachtigall, Spitzenkandidat der SPD für die Kreistagswahl, über seine Erfahrungen als Rechtsanwalt im Arbeitsrecht und als Politiker zum Thema Arbeit. In den letzten 20 Jahren habe sich ein völlig anderes Bild der Arbeit ergeben. Jeder Arbeitnehmer müsse sich auf diverse Berufs- und Arbeitsplatzwechsel einstellen. Während früher zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gegenseitiger Respekt bestanden habe, sei das heute anders. Man müsse leider konstatieren, dass die Wirtschaft der Arbeit heute vielfach weder mit Respekt noch mit Fairness begegne. Der Nachteil, der sich für den Arbeitnehmer fast immer ergebe, würde vom Staat einfach hingenommen. Horst Nachtigall warf der Politik vor, dass sie sich immer mehr in Abhängigkeiten begeben habe.
Landrätin Anita Schneider war auf Einladung der SPD Langgöns zuletzt zum Bürgergespräch nach Espa gekommen, um über die Breitband Gießen GmbH zu informieren. Die Attraktivität des Landkreises Gießen als Wirtschaftsstandort und der kleinen Orte als Wohnstandort sollen damit gestärkt werden. Anita Schneider: „Es ist für wirtschaftlich handelnde Telekommunikationsunternehmen unrentabel, Glasfaserkabel in alle Dörfer zu legen. So sind weiße Flecken in der Versorgung entstanden. Die Kommunen im ländlichen Raum allein können aber die entstandenen Standortnachteile nicht ausgleichen, sie haben einfach nicht die Mittel dazu“. Hier komme nun der Landkreis ins Spiel. Für Anita Schneider ist es dessen Aufgabe, überall im Kreisgebiet für vergleichbare Lebensbedingungen zu sorgen. Das heißt, auch die „nicht rentablen“ Gebiete müssten dringend angeschlossen werden. Die Landrätin will diese Aufgabe über die in Gründung befindliche „Breitband Gießen GmbH“ stemmen. Bürgermeister Horst Röhrig ergänzte: „Der Landkreis und die Kommunen sind der Reparaturbetrieb für Versäumnisse, die vor Jahren bei der Privatisierung der Telekom entstanden sind“. Im Moment biete sich für Espa leider nur eine Richtfunklösung an. Der Gemeindevorstand werbe jetzt analog dem Vorgehen im Ortsteil Cleeberg einen Bürgerbeitrag in Höhe von 10 000 Euro ein.