Gerald R. Dörr, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Langgöns, ist in einer Pressemitteilung auf den von der Gemeindevertretung mit den Stimmen der Jamaika-Koalition abgelehnten Grundsatzbeschluss zum Komplettausbau des Verbindungsweges zwischen Cleeberg und Espa eingegangen. „Ausbau wird nie wieder so kostengünstig werden - Keine ökologische Katastrophe!“
Dörr bedauerte, dass der Grundsatzbeschluss auch mit der Stimme führender Cleeberger Jamaika-Politiker ignoriert wurde.
Viele Bürgerinnen und Bürger von Cleeberg würden täglich den Verbindungsweg nach Espa nutzen, um auf kurzem Weg – und ohne durch den Ortskern von Espa zu fahren - nach Butzbach oder Richtung Rhein-Main-Gebiet zu kommen. Die genutzte Streckenführung und jetzige Streckenqualität entsprächen aber nicht den zeitgemäßen Anforderungen und müssten in einem überschaubaren Zeitrahmen verbessert und ausgebaut werden.
Nur bei einem Komplettausbau seien die erheblichen Zuschüsse des Landes Hessen zu erwarten, so dass auf die Gemeinde Langgöns ein Eigenanteil von 900.000,- Euro bei rund 3 Mio. Gesamtkosten zukommen würde. Teillösungen seien dagegen nicht förderfähig, weshalb die Gemeinde die für das Stückwerk entstehenden Kosten von ca. 1,83 Mio. alleine bezahlen müsste. „Der Ausbau wird nie mehr so günstig werden“ meinte der Sozialdemokrat.
Die Argumente der Gegner des kompletten Ausbaus seien aus Sicht des Sozialdemokraten kurzsichtig. „Es wird hier zu keiner ökologischen Katastrophe kommen“ betonte der SPD-Chef.
Dörr selber war anfangs auch aus ökologischer Überzeugung kein Befürworter eines Komplettausbaus, hatte sich dann aber von den guten Argumenten überzeugen lassen. „Ich gehe jetzt davon aus, dass kein zusätzlicher Baum fallen wird, sondern nur manche an anderen Stellen.“
Der Ausbau zu einer „Rennstrecke“ oder „Autobahn“ sei von niemandem beabsichtigt. Auch bei einem Komplettausbau würde sich die Streckenführung ja an der bereits genutzten Fahrtroute orientieren.
Nur bei einem Komplettausbau seien auch Busverkehre zwischen Espa und Cleeberg möglich, was auch touristisch vorteilhaft sei.
Auch der LKW-Verkehr werde sich nach dem Ausbau aus Sicht Dörrs in weit überwiegendem Maße auf den ohnehin (selten genug) dort fahrenden Holztransporter und eben Busverkehre beschränken.
„Espa und Cleeberg sind nicht dafür bekannt, über große Industriegebiete zu verfügen, die einen überbordenden Schwerverkehr notwendig machen und auch zum Abkürzen zwischen Butzbach und Brandoberndorf ist die Strecke für LKW völlig ungeeignet, da die Steilstücke bei Cleeberg und Brandoberndorf für den Schwerlastverkehr unattraktiv sind“ erklärte der Sozialdemokrat.
„Beim Teilausbau gibt es nur Verlierer“ meinte Dörr abschließend. „Die Gemeinde hat die doppelten Kosten zu tragen und die Espaer und Cleeberger bleiben ein Stück weit abgehängt, zumal für die Espaer das Risiko hinzu kommt, dass es zu einem Teilausbau aus Kostengründen möglicherweise nie kommen wird und dann der Verkehr irgendwann durch das beschauliche Örtchen fährt, weil der Verbindungsweg in einem nicht mehr zu befahrenden Zustand ist.