SPD-Fraktion und -Ortsvereinsvorstand stufen die vorgestellten Planungen zu Windkraftanlagen im Gemeindewald als nicht zustimmungsfähig ein. Zu viele Fragen und Probleme bleiben im vorgestellten Konzept ungeklärt. Gelobt wird der offene Umgang des Themas und die Bürgerbeteiligung durch Bürgermeister Horst Röhrig.
In einer Nachbetrachtung der Bürgerinformation zu möglichen Windkraftanlagen im Gemeindewald haben sich Fraktion und Ortsvereinsvorstand der SPD Langgöns in gemeinsamer Sitzung intensiv mit den Planungen der Firma Juwi auseinandergesetzt. „Dabei wurden die vorliegenden Planungen als nicht zustimmungsfähig eingestuft“, so Bruno Strauss, Vorsitzender des SPD-Ortsbezirks Cleeberg, in einer Pressemitteilung der Genossen.
„Zentrale Fragen betreffend Mensch und Umwelt bleiben im Konzept offen. Auf die von der Bevölkerung geäußerten Befürchtungen geht Juwi nicht ausreichend und nachvollziehbar ein“, pflichtet ihm Espas Ortsvorsteherin Annemarie Lorenz (SPD) bei.
„Dass Bürgermeister Röhrig die Bevölkerung noch vor der anstehenden Kommunalwahl über das Angebot von Juwi informiert hat, zeigt, dass hier transparent mit dem Thema Windkraft umgegangen wird“, erklärt Fraktionsvorsitzender Thomas Schmidt. Vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung könne man dies dagegen nicht behaupten: „Martin Hanika ist als einziger Langgönser Mitglied der Regionalversammlung Mittelhessen. Damit war er an den aufgenommenen Planungshinweisen im Regionalplan Mittelhessen, welche die heftige Standortdiskussion ursächlich ausgelöst haben, unmittelbar beteiligt und hat diesen sogar zugestimmt. Er wusste bereits vor Monaten von den beabsichtigten Planungshinweisen für Windkraftanlagen im Gemeindewald. Warum hat Martin Hanika geschwiegen und die Bevölkerung samt Gemeindegremien nicht rechtzeitig informiert?“
Heftige Kritik am Verfahren im Regierungspräsidium Gießen äußert Bürgermeister Horst Röhrig (SPD): „Die Aufnahme der Planungshinweise in den Regionalplan 2010 ist für uns nicht akzeptabel, da im Vorfeld keinerlei Beteiligung der betroffenen Bevölkerung und der Gemeinde Langgöns stattgefunden hat. Uns wurde keine Gelegenheit zu Information und Stellungnahme gegeben. Bevor die getroffenen Entscheidungen nicht hinreichend begründet und die Besorgnisse der Bevölkerung ausgeräumt werden können, greifen wir die Diskussion über Windkraftanlagen an diesen Standorten nicht auf.“