Gerald R. DörrDie Einigung der schwarzgelben Koalition in Berlin zur Verlängerung der Atom-Laufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre wird vom SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Gerald R. Dörr scharf verurteilt. Er weist auf auf Protestmöglichkeiten hin. Hermann Scheer kommt am 2. November nach Espa.
Auch angesichts der neuesten Nachrichten aus der Atommülldeponie Asse, wonach dort zehnmal mehr radioaktiver Müll als bisher angenommen lagern, hat der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Langgöns, Gerald R. Dörr, in einer Pressemitteilung die Einigung der schwarzgelben Koalition in Berlin zur Verlängerung der Atom-Laufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre scharf verurteilt.
Damit habe die Bundesregierung entschieden, die zentralistischen Energieversorgungsstrukturen und Monopole bis 2050 zu zementieren. Die Rechnung dafür würden die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen und die Umwelt bezahlen.
Das getrickste Gutachten und das Verscherbeln der deutschen Energiezukunft an die Atomlobby seien eine ernsthafte Bedrohung für das Demokratieverständnis der Bürgerinnen und Bürger. "Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will den Ausstieg aus der Risikotechnologie Atomkraft", betonte der Sozialdemokrat.
Ungelöste Sicherheitsprobleme - von der Endlagerung bis zur fehlenden Absturzsicherheit älterer Atomkraftwerke - werden hingenommen. „Die Einigung der Koalition ist auf ganzer Linie ein Handeln auf Kosten der Sicherheit“, ergänzte Dörr.
Zudem hätte sich der von rot-grün beschlossene Atom-Ausstieg hatte sich als enormes Konjunkturprogramm erwiesen, das Investitionen ausgelöst und Arbeitsplätze geschaffen hatte. Schwarz-Gelb würde das Rad nun zurückdrehen und zahllose Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien vernichten.
Der Sozialdemokrat betonte, dass auch Mittelhessen in der latenten Gefahr eines Atomunfalls stünde: „Wenn es in Biblis zu einem Super-Gau kommen würde, wäre aufgrund der hohen Dichte der Bevölkerung mit mehreren Zigtausend Toten, mit Hunderttausenden von Kranken und mit mehr als 3 Millionen zu evakuierenden Menschen zu rechnen“. Dies würde auch den Kreis Gießen und die Gemeinde Langgöns treffen.
„Wir Bürgerinnen und Bürger müssen uns dagegen wehren“ erklärte Dörr und wies in diesem Zusammenhang auf die große Demonstration in Berlin am 18. September hin. Der SPD-Chef wies auch darauf hin, dass man auf der Internetseite www.campact.de einen Appell gegen die Atompläne der Regierung unterzeichnen könne.
Der SPD-Vorsitzende selbst hatte sich bereits vor Jahren gemeinsam mit seiner Familie für einen Stromanbieter entschieden, der ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien produziert. „Dies kostet mich nur ein paar Euro mehr im Jahr, aber dafür bin ich sicher, dass ich mit meinem Geld nicht anderswo Kohle- oder Kernkraftwerke finanziere und mein Stromtarif wurde zudem von der „Öko-Test“ auf den 1. Rang gesetzt. „Es nutzt nichts, bei den herkömmlichen Stromanbietern auch aus der Region einen Öko-Tarif zu beantragen, man muss komplett zu anderen Anbietern wechseln, die nur Öko-Strom produzieren. Die nötigen Informationen dazu könnten sich die Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite www.Atomausstieg-selber-machen.de holen.
Abschließend wies der SPD-Vorsitzende darauf hin, dass der Träger des Alternativen Nobelpreises und ehrenamtliche Präsident von Eurosolar, Hermann Scheer, am Dienstag den 02. November um 19 Uhr 30 zu einem Referat mit Diskussion nach Espa ins Hotel-Restaurant „Am Gaulskopf“ kommen werde. „Als Hermann am Tage unseres Neujahrsempfanges 2009 krankheitsbedingt als Gastredner absagen musste, hat er mir zugesagt, dass wir bei ihm „noch einen gut hätten“ und das lösen wir jetzt ein“, freut sich Dörr auf den hochkarätigen Referenten.