SPD in Langgöns

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SPD-Ortsverein Langgöns nominiert AK Leben nach Tschernobyl für Ehrenamtspreis

Veröffentlicht am 20.10.2010 in Presse

Auf Vorschlag des Langgönser Bürgermeisters Horst Röhrig und des Vorsitzenden Gerald Dörr hat die SPD Langgöns den Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" für den Ehrenamtspreis der südhessischen SPD nominiert. Dieser soll freiwilliges Engagement würdigen, das in besonderer Weise einen Ausdruck solidarischen Handelns und der Mitverantwortung darstellt.

Der SPD-Vorsitzende Dörr begründet die Nominierung des 1990 von Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Lang-Göns gegründeten Arbeitskreises wie folgt: "Der vor 20 Jahren gegründete AK leistet einen wertvollen humanitären Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner der Region um die ukrainische Stadt Borispol. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden viele Evakuierte aus der Region um das ehemalige Kernkraftwerk in das etwa 130km entfernte Borispol umgesiedelt. Wie viele andere Städte und Gemeinden in der Region rund um Kiew leiden auch die ca. 55000 Einwohner von Borispol unter den Folgen der Reaktorkatastrophe. Diesen Menschen hilft der AK mit zahlreichen Projekten. So wird beispielsweise seit 1990 das Bezirkskrankenhaus vom AK mit Medikamenten und medizinischem Gerät versorgt.", so Dörr.
"Im Waisenhaus von Borispol hat der Arbeitskreis eine Nähstube eingerichtet, die nicht nur zur Ausbesserung und Produktion von Kleidung für die Kinder und Jugendlichen dient, sondern den jungen Frauen des Hauses eine Möglichkeit zur Berufsausbildung bietet.", ergänzt Bürgermeister Röhrig. "Besondere Beachtung verdient auch der Kindergarten von Borispol, in dem zwei Gruppen behinderter Kinder betreut werden. Der AK möchte hier für ein integratives Konzept werben und Betreuerinnen für eine Ausbildung nach Deutschland holen."
"Neben diesen besonderen Projekten organisiert der Arbeitskreis jedes Jahr einen Transport gut sortierter Kleidung für die Bedürftigen von Borispol.", so Dörr weiter. "Diese Menschen können das so gesparte Geld für ihren Lebensunterhalt und dringend benötigte Medikamente verwenden."
Neben der humanitären Hilfe vor Ort leiste der AK "Leben nach Tschernobyl" jedoch auch einen wichtigen politischen Beitrag, indem er sich immer wieder gegen die Nutzung der Kernenergie und für erneuerbare Energien ausspreche. Dazu gehört neben der Teilnahme an Protesten gegen Castor-Transporte auch die Organisation von Informationsveranstaltungen mit renommierten Wissenschaftlern für die Langgönser Bürger.
"Wir als Vorstand der SPD Langgöns halten das langjährige Engagement des Arbeitskreises für einen besonders wertvollen Ausdruck gelebter Solidarität und schlagen diesen daher für den Ehrenamtspreis vor. Die vielen dort engagierten Langgönser Bürger hätten ihn ohne Zweifel verdient.", so Dörr abschließend.