Die SPD Ortsvereinsvorsitzenden von Langgöns und Linden Gerald R. Dörr und Matthias Spangenberg begrüßen die jüngste Replik der Pressesprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Esther Petry, zu den bildungspolitischen Vorstellungen der SPD: „Dies dient der Sache, die Bürgerinnen und Bürger vor der Landtagswahl am 27. Januar 2008 über die verschiedenen Vorstellungen von Schule zu informieren. Für völlig unangemessen halten wir dabei die Tatsache, dass Frau Petry offenbar glaubt, mit einer Verschärfung des Umgangstons konstruktiv zur Sache beitragen zu können.“
Amüsiert nehmen die Genossen dabei zur Kenntnis, dass Frau Petry wieder dem Reflex erlegen ist, im Zusammenhang mit dem SPD-Konzept „Haus der Bildung“ von „Zwangseinheitsschule“ zu sprechen, diesmal sogar in der verschärften Variante mit „Einheitslehrplänen“ und „Einheitslehrern“. „Wenigstens hat sie uns nicht den Einsatz von Zwangsjacken unterstellt. Wie so ein Einheitslehrer aussieht, würde uns hingegen sehr interessieren“, bemerken dazu Dörr und Spangenberg: „Es sei daher noch einmal wiederholt: es geht der hessischen SPD nicht um die Zerschlagung von Schulformen! Wir wollen Angebote an Schulen machen und Eltern und Schüler sollen unter diesen Angeboten wählen können. Es geht um das Angebot, Kinder länger gemeinsam zu unterrichten. Davon profitieren nach Ansicht führender Bildungsexperten in Deutschland und weltweit sowohl stärkere wie auch schwächere Schüler. Und es geht darum, Schülerinnen und Schüler deutlich später als bisher auf verschiedene Bildungsabschlüsse vorzubereiten. Nach Ansicht aller Ernst zu nehmenden Bildungsforscher ist eine Aufteilung der Schulformen nach dem vierten Grundschuljahr Unsinn und verbaut langsameren Lernern und Spätentwicklern bereits im Alter von zehn Jahren Zukunftschancen. Die frühe Selektion an hessischen Schulen und nicht Andrea Ypsilanti oder die SPD schafft ungleiche Bildungschancen und verbaut vielen Kindern eine bessere Zukunft. Immer mehr Eltern haben das inzwischen zur Kenntnis genommen, bei der Hessen-CDU steht diese Erkenntnis noch aus.“
Die Ortsvereinsvorsitzenden weiter: „Dass Frau Petry abschließend versucht, uns ausgerechnet anhand der so genannten Unterrichtsgarantie plus unsere Unkenntnis nachzuweisen, ist allerdings ein starkes Stück, ist doch U plus mittlerweile sogar in der Union zum Unwort geworden. Wir alle erinnern uns noch gut an die eigene Schulzeit. Vertretungslehrer hatten es oft schwer, in einer Klasse die sie zum ersten Mal betraten, die nötige Disziplin aufrecht zu erhalten. Noch schwerer hatten es bisweilen noch unerfahrene Referendarinnen und Referendare, die immerhin ein Erstes Staatsexamen in einem Lehramtsstudiengang aufzuweisen hatten. Wenn nun Kultusministerin Wolff pädagogisch völlig unausgebildete Personen in diese Klassen schickt und behauptet, hier würde qualitativ gleichwertiger Unterricht geboten, lässt uns das nur noch den Kopf schütteln. Natürlich sind verlässliche Schulzeiten für berufstätige Eltern eine Erfordernis, aber die Unterrichtsgarantie plus ist ein schlichter Etikettenschwindel.“
„Die beste Unterrichtsgarantie bieten Ganztagsschulen mit Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung,Unterricht und projektbezogenen Nachmittagsangeboten. In diesen Schulen entwickeln Schülerinnen und Schüler ein hohes Leistungsniveau, gerade weil in diesen hier lebendiger und lebensbezogener gearbeitet werden kann, als in traditionellen Schulformen. Das kleine Bundesland Rheinland-Pfalz hat seit 2003 fast 400 echte Ganztagesschulen geschaffen, Hessen keine einzige. Ministerpräsident Koch hat die Umsetzung des Bundesprogramms für Ganztagsschulen aus ideologischen Gründen nach Kräften hintertrieben, mit dem Erfolg, dass Hessen im Bundesvergleich bei der Bildung inzwischen auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen ist. Am 27. Januar werden die Wählerinnen und Wähler ihm dafür die Quittung präsentieren.“, so Dörr und Spangenberg abschließend.