SPD in Langgöns

Zukunft gemeinsam gestalten!

Viele Anregungen für eine ökologische Bauweise mitgenommen!

Veröffentlicht am 31.03.2008 in Presse

SPD-Ortsverein Langgöns und Arbeitskreis Umwelt des SPD-Unterbezirks Gießen besuchten Technikerschule in Butzbach - Niedrigenergiehaus und das im Bau befindliche Passivhaus besichtigt.

Mitglieder des SPD-Ortsvereins Langgöns und des Arbeitskreises Umwelt im SPD-Unterbezirk Gießen besuchten kürzlich gemeinsam die Techniker-Schule in Butzbach. Der kommissarische Schulleiter Diethardt Stamm begrüßte ein Dutzend an der Umwelttechnik interessierte Genossinnen und Genossen unter Führung vom Langgönser SPD-Vorsitzenden Gerald R. Dörr und dem Sprecher des Arbeitskreises Umwelt, Hasan Sander und gab der Gruppe in einer dreieinhalbstündigen Veranstaltung viele Einblicke in die Ausrichtung der Schule und das Niedrigenergiehaus (NEH) auf der einen, und in Erneuerbare Energien insgesamt auf der anderen Seite.
Wie Herr Stamm erklärte, begann im Jahre 1995 in Butzbach im Rahmen eines Bundesmodells der Ausbildungsgang im Schwerpunkt „Erneuerbare Energien / Ökologische Energienutzung / Energieberatung“. Er ist bis heute in Deutschland einmalig. In den Schriftstücken zur Entwicklung des Curriculums wurde schon damals in Bezug auf die Praxisorientierung der Qualifizierungsmaßnahme der Aufbau eines „ökologischen Niedrigenergiehauses (NEH)“ gefordert. Das NEH – auch “Ökostation“ genannt – sollte gleichzeitig Unterrichts-, Anschauungs- und Demonstrationsobjekt sein. Noch während der Phase der wissenschaftlichen Begleitung (1995 – 99) wurde das Gebäude errichtet und seiner Bestimmung übergeben. Trotzdem handelt es sich um kein „fertiges“ Gebäude, da es immer wieder dem Stand der Technik angepasst wird, da es Studierenden zum Experimentieren zur Verfügung steht und weil es wie in einer Halle für Wanderausstellungen auch wechselnde Technologien aufnehmen kann. Es ist also ein „lebendiges“ Haus, in dem selbst ein Dämmstoff nach Bedarf ausgetauscht werden kann.
Die SPD-Mitglieder waren von den vorgestellten Techniken begeistert. Manche Mitglieder der Gruppe haben vor, z.B. verschiedene Techniken der Wärmedämmung, aber auch Photovoltaik, Solarthermie und Erdwärmenutzung privat zu nutzen.
Gerald R. Dörr wies auf die große Bedeutung der Erneuerbaren Energien hin, da weder die Atomenergie noch fossile Energien zukunftsfähig seien.
„Die Gefahren eines Atomkraftwerksunfalls sind unermesslich groß und es ist unverantwortlich, dieses Risiko länger einzugehen“ meinte er. „An dem von der früheren rot-grünen Bundesregierung gesetzlich durchgesetzten Ziel, die Atomreaktoren schrittweise abzuschalten muss festgehalten werden“.
Der Bau neuer Kohlekraftwerke biete ebenfalls keine Perspektive. Im Gegenteil, die Tatsache, dass mehr 25 neue Kohlekraftwerke in Deutschland geplant sind, sei angesichts der Erderwärmung und der daraus resultierenden Folgen ebenfalls unverantwortlich.
„Diese Kraftwerke sind die reinsten Dreckschleudern und stoßen riesige Mengen CO2 aus, das unser Klima ruiniert“ meinte Arbeitskreissprecher Hasan Sander.
„Die Zukunft liegt in einem Erneuerbaren-Energierträger-Mix, der vor allem auf Solarstrom und Windenergie, aber auch auf Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie basiert“ meinten die Genossen unisono.
„Durch Erneuerbare Energien werden wir auf der einen Seite unabhängiger von Gas- und Erdölimporten“ meinte Dörr und Sander ergänzte, dass andererseits „die oligopolistische Struktur der deutschen Stromwirtschaft, in der vier AKW-Betreiber 80% der Stromproduktion und 100% des Übertragungsnetzes kontrollieren und damit die Hauptursache der Preissteigerungen im Strombereich sind“ aufgebrochen wird.
„Mit Erneuerbaren Energien sind außerdem regionale und kommunale wirtschaftliche Wertschöpfungen und damit große Arbeitsplatzchancen verbunden“ meinte Dörr zum Abschluss und Sander ergänzte „Die Städte und Gemeinden müssen eine offensivere Umweltpolitik betreiben. Wir benötigen flächendeckend neue kommunale Satzungen, in denen Erneuerbare Energien stärker gefördert werden und z. B. die Ausrichtung der Hausdächer in Neubaugebieten in Richtung Süden vorgeschrieben werden könnten“. Der Landkreis Gießen könne dabei in Mittelhessen eine Vorreiterrolle spielen.
Die Genossinnen und Genossen lobten abschließend die Technikerschule wegen der wichtigen Ausbildung, die Menschen dort erfahren würden und wünschten Herrn Stamm und der Schule auch weiterhin viel Erfolg.