
MdB informierte sich in Lang-Göns bei dem Unternehmen auch über die Arbeitsbedingungen - Briefträger haben schwer zu tragen.

MdB informierte sich in Lang-Göns bei dem Unternehmen auch über die Arbeitsbedingungen - Briefträger haben schwer zu tragen.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit besuchte kürzlich das Briefzentrum in Lang-Göns. Gemeinsam mit Bürgermeister Horst Röhrig, dem Langgönser SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Gerald R. Dörr, dessen Stellvertreter Karl-Heinz Wilhelm und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Schmidt wurden die Genossen von Niederlassungsleiter Peter Hillebrecht empfangen. Dieser informierte die Genossen über das Unternehmen Deutsche Post in Deutschland.
Das frühere Staatsunternehmen hat derzeit ca. 250.000 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber im ganzen Land. Rüdiger Veit informierte sich über die Folgen des Mindestlohns im Briefzustellgewerbe. Der Mindestlohn werde von der Deutschen Post positiv gesehen, da dadurch eine Konsolidierung zum Nutzen des Unternehmens entstanden sei. Die Deutsche Post ist immer noch für 80-85% der Briefzustellung im Land zuständig. Täglich würden etwa 80 Mio. Briefe zugestellt und jährlich ca. 2 Mrd. Zeitschriften.
Die Niederlassung in Lang-Göns ist u.a. für die Bereiche Gießen, Wetzlar, Marburg und Teile des Vogelsberges zuständig. Gemeinsam mit den Briefzentren in Betzdorf, Siegen und Olpe deckt man ein Gebiet mit 1,56 Mio. Menschen in 777.000 Haushalten ab. Von den 1.108 Zustellbezirken werden 156 per Fuß, 130 per Fahrrad und 822 per Kfz versorgt.
Mehrere Hunderttausend Briefe werden jeden Tag im Briefzentrum abgewickelt. Dabei betrage die Fehlerquote 3 Stück bei 1 Million Briefe.
Anschließend besichtigten Rüdiger Veit und die Langgönser Sozialdemokraten die Hallen mit ihrer interessanten technischen Ausstattung, ehe man sich mit dem Betriebsrat zusammensetzte und mit diesem über die Arbeitsbedingungen sprach.
Im Briefzentrum in Lang-Göns sind 250 Mitarbeiter beschäftigt, davon 130 in Vollzeit. Die Lohnstruktur der Mitarbeiter bewege sich im Bereich von 10 bis über 15 Euro. Etwa 25% der Mitarbeiter seien nur befristet eingestellt und hätten kaum eine Chance, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu gelangen. Dadurch sei der Kündigungsschutz mittlerweile fast überflüssig geworden. Die Betriebsräte wiesen auf die verlängerten Arbeitszeiten hin, die aber mit verkürzten Schichten einhergingen, was für die Teilzeitkräfte dazu geführt hätte, dass es für Arbeitnehmer mit größerer Anfahrt nicht mehr rentabel sei.
Weniger als 25% der Mitarbeiter würden mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen. Eine interessante Zahl war auch, dass Postwurfsendungen mittlerweile bis zu 1 KG schwer sein dürfen und jeder Mensch kann ermessen was es für einen Zusteller bedeutet, mehr als Tausend Haushalte damit zu bedienen.